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Mike Nowak: „Wir werden das n!faculty Vereinsheim am Ende des Jahres schließen“

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Das Jahr neigt sich so langsam aber sicher dem Ende zu und wir möchten die Gelegenheit nutzen, um uns mit unserem Vorstandsvorsitzenden, namentlich Mike Nowak, über das vergangenen Jahr, aktuelle Geschehnisse und über die Zukunft von n!faculty zu unterhalten.

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Hallo Mike, du bist seit etwas mehr als einem Jahr Vorstandvorsitzender des n!faculty e.V. und bist in die Fußstapfen von Benedikt Schatto getreten. Wie verlief dein erstes Amtsjahr?

Patrick Walker

Mike Nowak
n!faculty e.V.
Vorstandsvorsitzender

Unterm Strich verlief das Jahr relativ ruhig. Nach der Übergabe durch Benedikt habe ich mich erst einmal mit den Formalitäten vertraut gemacht und mich gewissermaßen in die Vereinsunterlagen eingelesen. Auch wenn ich zuvor schon einige Jahre gemeinsam mit Christian und Benedikt den Verein operativ gesteuert habe, repräsentiere ich seit meinem Amtsantritt den Verein offiziell nach außen, was logischerweise neue Aufgaben und neue Herausforderungen mit sich bringt, über die ich mich jedoch sehr freue.

Durch den Wegfall der Profiteams konnten wir uns zu Beginn des Jahres voll auf die Akquisition von neuen Mitgliedern konzentrieren, was zu einem Mitgliederwachstums von mehr als 50% geführt hat. Zur besten Zeit verfügte der Verein in diesem Jahr über mehr als 500 Mitglieder, das gab es seit seinem Bestehen noch nie. Entsprechend stolz bin ich auf unsere Arbeit, insbesondere aber auf diejenigen ehrenamtlichen Helfer, die unsere Ideen und Strategien in diesem Bereich schlussendlich erfolgreich umsetzen konnten.

Stand heute zählt der Verein 403 Mitglieder, was schlussendlich daran liegt, dass wir seit je her mit einer sehr hohen Fluktuation zu kämpfen haben. Nichtsdestotrotz kann sich der n!faculty e.V. nach wie vor als Deutschlands größten eingetragen eSport-Verein betiteln. Es könnte daher sicher schlechter laufen, allerdings ist in vielen Bereichen noch sehr viel Luft nach oben.

Du sprichst diverse Bereiche an, in denen man sich verbessern kann. Einer der wichtigsten Bereiche, die den n!faculty e.V. zu dem gemacht haben, was er heute ist, war der Profibereich, der erfolgreiche deutsche Spieler und Teams vorweisen konnte. Seit dem Weggang des League of Legends Teams am Anfang des Jahres steht der Verein ohne Profisektion dar. Wird sich das im kommenden Jahr ändern?

Das ist eine Frage, die wir regelmäßig von unseren Mitgliedern gestellt bekommen und wir sehen, dass dies ein Anliegen ist, das die Leute beschäftigt. Zum jetzigen Zeitpunkt ist für das kommende Jahr jedoch kein Strategiewechsel angedacht. Eine Verpflichtung eine Profiteams ist also nicht geplant.

Die Gründe hierfür sind sehr vielfältig: Zum einen sind wir der Meinung, dass wir als deutscher Club auch deutsche Teams verpflichten sollten. Da der nationale eSport – im Vergleich zu früher – heute jedoch kaum bis gar keine Bedeutung mehr hat, müsste man ein international konkurrenzfähiges Team mit deutschen Spielern stellen. Neben der Tatsache, dass es relativ schwer ist, ein solches Team zu finden oder zu formen, wären auch die Anforderungen solcher Spieler außerhalb des Budgetlimits, was schlussendlich eine Verpflichtung unwirtschaftlich und daher nicht lohnenswert macht.

Wir alle hätten natürlich gerne, dass wir Teams von n!faculty wieder bei bedeutenden eSport-Ligen und Turnieren sehen. Die aktuelle Situation lässt dies jedoch nicht zu.

Das soll jedoch nicht heißen, dass wir dem eSport den Rücken kehren. Das kompetitive Mit- und Gegeneinander ist nach wie vor ein sehr großer Teil des Vereins und das wird er auch bleiben. Wir haben bereits vor Jahren eine Teamstruktur geschaffen, die es Spielern ermöglicht, Teams zu bilden und gegen andere Teams anzutreten. Schlussendlich erlaubt diese Struktur auch die Rückkehr einer Profisektion. Diese wird jedoch dann organisch entstehen, was letztendlich schon immer die Vision war.

Neben den Profiteams war und ist das Vereinsheim eines der Meilensteine des Vereins, aber auch des deutschen eSports. Aus einem Informationsschreiben an die Mitglieder geht nun hervor, dass das Vereinsheim geschlossen wird …

Ja, das ist korrekt. Wir werden das n!faculty Vereinsheim zum Ende des Jahres schließen. Der Grund hierfür liegt im Wegfall der Subventionen seitens der Stadt Köln. Diese hat uns nunmehr acht Jahre lang unterstützt, indem sie die jährlichen Mietkosten übernommen hat.

Nun ist es jedoch so, dass auch andere Organisationen und Projekte unterstützt werden sollen. Nachdem wir also jahrelang von der Unterstützung profitieren konnten, sind nun andere dran. Und das ist objektiv betrachtet auch gut so. Aus der Sicht des Vereins, der Mitglieder, aber auch meiner persönlichen, ist das natürlich sehr schade.

Wir haben die letzten Wochen und Monate intensiv damit verbracht potentielle Partner und Sponsoren zu finden, um das Vereinsheim auch weiter finanzieren zu können. Leider sind die Gespräche erfolglos verlaufen, weshalb wir schlussendlich zu diesem Schritt gezwungen waren.

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Welche Auswirkungen hat das auf den Verein?

Klar, viele Mitglieder – darunter auch ich – verbinden mit dem Vereinsheim einzigartige Momente. Dass es diesen Ort ab dem kommenden Jahr vorerst nicht mehr geben wird, ist also entsprechend traurig. Und auch in der Außendarstellung war das Vereinsheim immer ein Punkt, der dem Verein sehr viel positives Feedback und Interesse gebracht hat. Davon einmal abgesehen hat die Schließung des Vereinsheims jedoch keinerlei Auswirkungen auf den Verein und dessen Mitglieder.

Wie geht es im kommenden Jahr weiter?

Auch im kommenden Jahr wollen wir uns natürlich in vielen Bereichen verbessern. Dies ist jedoch nur mit Hilfe der Mitglieder möglich, weshalb auch im hier die Akquisition von neuen Mitgliedern eine wichtige Rolle spielen wird.

Zudem arbeiten wir immer daran, die Attraktivität der Mitgliedschaft zu erhöhen. Dies möchten wir einerseits durch vereinsinterne Angebote realisieren, andererseits werden wir uns auch nach potentiellen Partnern umschauen, um mit diesen attraktive Angebote für die Mitglieder zu gestalten.

Mir ist viel daran gelegen, dass wir weiter wachsen. Gleichzeitig ist mir jedoch auch wichtig, dass es nicht um nackte Zahlen geht. Neue Mitglieder des Vereins sollen nicht die Statistik verbessern, sondern vom Verein, seinen Werten, seinen Zielen und seinen Aktivitäten überzeugt sein und sich gerne am Vereinsleben beteiligen. Alles andere ist zweitrangig.

Vielen Dank für das Interview.




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